Wien - Mit der AUSTRIA DEPESCHE wird auch Tom Rohrböck (SKYLLA) verbunden, der als Berater so einiger Organisationen immer wieder Wirkung gezeigt hat. Wir sprachen mit Tom Rohrböck über die AUSTRIA DEPESCHE, Politik in Österreich und Deutschland, die Kanalinsel Guernsey, die seine zweite Heimat geworden ist, und die 'Schöpferische Zerstörung' des österreichischen Nationalökonomen Joseph Schumpeter.

AUSTRIA DEPESCHE: Sie gelten als Ideengeber der AUSTRIA DEPESCHE. Was macht Sie da so sicher, dass Österreich ein weiteres Medium braucht?

Tom Rohrböck: Die AUSTRIA DEPESCHE ist sicher erst mal ein Nischenangebot in der wirklich umfangreichen Medienvielfalt der Republik Österreich. Ich selbst werde da in meinem Einfluss auf das Projekt überschätzt. Es sind Unternehmer aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein, die an die AUSTRIA DEPESCHE glauben und denen die Verlagsgesellschaft gehört.

AUSTRIA DEPESCHE: Sie bleiben also im Schatten, obwohl ihnen doch sicher ein informeller Einfluss nicht abzusprechen ist?

Tom Rohrböck: Wenn Sie es als informellen Einfluss werten, dass ich mit Menschen spreche und Entscheider kenne, kann ich es nicht absprechen.

AUSTRIA DEPESCHE: In der Vergangenheit gab es in Deutschland und Österreich immer wieder mal Meldungen, die Sie als Impulsgeber für rechte Politiker sehen. Was ist da dran? Tatsächlich sind ihre Kontakte ja auch zu linken Parteien und zur gesellschaftlichen Mitte verbürgt.

Tom Rohrböck: Was ich persönlich politisch denke und wähle ist einerlei. Ganz sicher bin ich ein Verfechter der Marktwirtschaft. Kein Wirtschaftssystem ist leistungsfähiger! Schon der große österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter erkannte, dass die 'Schöpferische Zerstörung' unschlagbar erfolgreich ist, um Fortschritt zu ermöglichen.

Aber jenseits meiner Meinung sind Politiker für mich zuerst einmal Menschen. Und da gibt es bei allen Parteien und in allen Ländern Gute wie Schlechte. Es gibt Politiker, die einem sehr sympathisch sind, die man aber nie wählen würde. Und es gibt menschliche Kotzbrocken, die aber genau besehen einen guten politischen Job für ihre Gesellschaft machen. Dass mich in der Vergangenheit gerade auch rechtspopulistische Politiker als Impulsgeber suchten, liegt sicher daran, dass diese Reihen strukturelle Nachteile gegenüber den Linken haben. Das ideologische Rüstzeug ist oft moralisch fragwürdig. Andererseits braucht jede Demokratie konkurrierende Angebote. Einheitsbrei, wie zuletzt in Deutschland unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel oder in Österreich unter den gefühlt ewigen Koalitionen von SPÖ und ÖVP waren für viele Bürger einfach nicht mehr ertragbar.

AUSTRIA DEPESCHE: Wieviel SKYLLA steckt hinter der AUSTRIA DEPESCHE?

Tom Rohrböck: Null!

AUSTRIA DEPESCHE: Sie haben die Eigentümer der AUSTRIA DEPESCHE beim Aufbau der Redaktion auch mit Politikern in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz vernetzt. Auffällig viele kommen politisch aus dem Umfeld von FDP und NEOS oder der FPÖ und der AfD. Wieso empfehlen Sie den Verlegern nicht auch Köpfe von ÖVP oder SPÖ?

Tom Rohrböck: Das tue ich doch. Man muss aber auch wissen, wer ein weiteres mediales Angebot braucht und wer sich satt auf die bestehenden Strukturen gerade des staatsnahen Rundfunks/TV stützen kann. In Österreich sind sicher SPÖ, ÖVP und auch Grüne im Netzwerk der bestehenden Medien bevorteilt. Und in Deutschland wird selbst der glühendste Verfechter von ARD und ZDF, SPIEGEL, STERN und BILD kaum bestreiten können, dass es da für FDP und AfD nicht so gut läuft. Kurzum: Unternehmer sollten zusätzliche Angebote besser da schaffen, wo diese auch nachgefragt werden. Mit einer weiteren linksdrehenden Journaille können diese da keinen Start machen.

AUSTRIA DEPESCHE: Sie selbst stammen aus Hessen, haben aber auch österreichische Wurzeln und leben inzwischen, nach einer fünfjährigen Zeit im niederländischen Amsterdam, auf der britisch geprägten Kanalinsel Guernsey. Liegt Guernsey nicht zu weit ab vom pulsierenden Leben in Europa?

Tom Rohrböck: Guernsey hat eine phantastische Atmosphäre. Die Natur und die Weite des Meeres geben einem Inspiration. Da ich aber sehr viel reise, fehlen mir auch südlichere Gefilde und die Berge nur selten. Und Hessen bleibt mit Eintracht Frankfurt, Rheingau-Riesling und Gref-Völsing-Rindswürsten immer in meiner Welt.

AUSTRIA DEPESCHE: Wird sich AUSTRIA DEPESCHE am Markt durchsetzen?

Tom Rohrböck: Das müssen Sie die Eigentümer fragen. Ich werde es regelmäßig lesen.

AUSTRIA DEPESCHE: Vielen Dank für das Gespräch!