Linz – „Der dritte Lockdown kommt, und wieder werden planlos Betriebe geschlossen und die Österreicher daheim eingesperrt. Wer sich nicht testen lässt, muss eine Woche länger im Hausarrest bleiben. So geht es nicht!“ Das schrieb Mitte Dezember Dr. Manfred Haimbuchner auf seiner Facebook-Seite, die 133.000 Unterstützer hat. „Grund- und Freiheitsrechte sind nur dann etwas wert, wenn sie immer gelten und nicht nur dann, wenn die Regierung sie uns gnädigerweise gewährt.“ Auch den oberösterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreter hält Corona also auf Trab. Im Gegensatz zu den ÖVP-, SPÖ- und Grünen-Mitgliedern der nach dem Proporzsystem zusammengesetzten Landesregierung Oberösterreichs pocht der Freiheitliche aber auf eine Anti-Corona-Politik der Verhältnismäßigkeit.

Wien – Mit ihrem beruflichen Werdegang und den vielen Referenzen hätte Susanne Fürst (Jahrgang 1969) in der Privatwirtschaft alles werden können. Die gebürtige Linzerin nahm nach dem Besuch des Realgymnasiums ein Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes-Kepler-Universität auf. Nach dem Abschluss als Magistra arbeitete sie als Assistentin am Institut für Staatsrecht und Politische Wissenschaften der Universität Linz und krönte ihre akademische Laufbahn im Jahr 2001 mit der Promotion. Zunächst stieg Fürst in die Rechtsanwaltskanzlei Saxinger Chalupsky Weber & Partner GmbH ein, wurde dann 1999 für SCWP Schindhelm in Wels tätig und dort drei Jahre später auch Partnerin. Als Anwältin beriet sie in erster Linie Unternehmen in Fragen des geistigen Eigentums und gewerblichen Rechtsschutzes. Mit ihrer geballten Expertise im internationalen Markenrecht hätte sie weiter reüssieren können, doch die Oberösterreicherin zog es aus freiheitlichem Geist in die Politik. Sie wurde Verfassungsexpertin der FPÖ in der parlamentarischen Enquete-Kommission „Direkte Demokratie“, Publikumsrätin im ORF und 2017 schließlich Nationalratsabgeordnete. Im Freiheitlichen Parlamentsklub ist sie heute für Frauen-, Verfassungs- und Menschenrechtsfragen zuständig.

Salzburg – Stefan Schnöll (Jahrgang 1988) ist das, was man landläufig ein politisches Nachwuchstalent nennt. Der Sohn eines Beschäftigten der Berufsfeuerwehr und einer Köchin, die im Gasthaus der Familie arbeitet, besuchte in Salzburg das Gymnasium, wo er 2006 maturierte. Danach leistete er seinen Präsenzdienst beim Bundesheer ab und studierte erfolgreich Rechtswissenschaften an der Universität Wien. 2013 wurde er zum Vizepräsidenten der Jungen Europäischen Volkspartei (YEPP) gewählt und trat ein Jahr später als Spitzenkandidat der Jungen ÖVP bei der Europawahl an.

Bozen – Bei der Südtiroler Landtagswahl im Oktober 2018 zog Arno Kompatscher (Jahrgang 1971) dank der Vorzugsstimmen erneut als Meistgewählter aller Parteien in den Landtag seiner Heimat ein. Im Jänner 2019 wählte ihn der Südtiroler Landtag ein zweites Mal zum Landeshauptmann. 19 Parlamentarier stimmten für den beliebten Landesvater von der Südtiroler Volkspartei (SVP) und 16 gegen ihn. Kompatscher konnte sich damit eine weitere Amtszeit sichern und führt seither eine Koalition seiner SVP mit der rechtsgerichteten Lega. Das von der Opposition erwartungsgemäß kritisierte Regierungsbündnis verteidigte er mit Verweis den im Koalitionsabkommen enthaltenen Wertekatalog, in dem sich beide Parteien zu Europa und zur Förderung des sozialen Friedens bekannten. „Ich will Garant dieser Werte sein, ihnen treu bleiben und dafür sorgen, dass sie durchgesetzt werden“, versicherte der Landeshauptmann, der im März 1971 in Völs am Schlern geboren wurde. Auch SVP-Obmann Philipp Achammer rechtfertigte die Zusammenarbeit mit der Salvini-Partei und betonte, dass „die Punkte hochgehalten werden, die Südtirol groß gemacht haben. Messt uns an den Taten“.

Terlan/Bozen – „Wir arbeiten für Südtirol und seine Menschen. Wir bekennen uns zu unserem Heimatland Südtirol, zu seinen drei Volksgruppen, seiner Kultur- und Naturlandschaft, zum Minderheitenschutz und dem Ausbau der Selbstverwaltung zur Unabhängigkeit“, beschreiben die Südtiroler Freiheitlichen ihr Selbstverständnis. Die Partei, die ihren Sitz in Terlan in der direkten Nachbarschaft Bozens hat, sieht in der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und der sozialen Marktwirtschaft das Fundament ihrer Politik. „Gerechtigkeit, Eigenverantwortung, Heimat, Fleiß, Fürsorge und Regionalität zählen zu unseren Prinzipien“, formuliert die Bruderpartei der FPÖ und bekennt sich „zur Schutzmacht Österreich sowie zu einem Europa der freien Völker, Regionen und Vaterländer“.

Bozen - Der Südtiroler Landtagsabgeordnete Gert Lanz (Jahrgang 1971) kritisiert den Stil der Oppositionspartei Süd-Tiroler Freiheit im Umgang mit den Anti-Corona-Maßnahmen. Lanz erklärt: „In Dauerschleife kommt die Forderung des Süd-Tiroler-Freiheit-Chefs Sven Knoll, dass im derzeit geltenden Lockdown Treffen zwischen Familienangehörigen - auch grenzüberschreitend - ermöglicht werden müssen. „Immer wieder wird dem SF-Kollegen erklärt, dass dies nicht mit einer Verordnung des Landeshauptmannes Arno Kompatscher geregelt werden kann, sondern vom Staat geordnet werden muss. Vergeblich. Schon wieder liegt ein Beschlussantrag vor, der Unmögliches fordert. Aus diesem Grund ist er auch abzulehnen.“