Salzburg - Sepp Schellhorn (Jahrgang 1967) ist ein begeisterter Unternehmer. Der Hotelier und Gastronom hat im Salzburger Land schon so einige Akzente gesetzt. Vor allem das futuristische M32 auf dem Salzburger Mönchsberg dürfte jedem Besucher der Mozartstadt ein Begriff sein. Hier hat man einen grandiosen Blick über die Stadt entlang der Salzach.

Freies Unternehmertum ist für Sepp Schellhorn die Voraussetzung einer funktionierenden Gründerkultur. Eine aktive Gründerkultur sei "die zentrale Zukunftsinvestition für unser Land", sagt Schellhorn. "Sie stärkt den Standort, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit, schafft Arbeitsplätze, sichert Wohlstand und in weiterer Folge auch den sozialen Frieden."

Und schon merkt man dem Gastronom auch dessen politische Motivation an. Sepp Schellhorn sitzt im Nationalrat in Wien und gehört dort dem Parlamentsklub der NEOS an. Jene NEOS bildeten bislang in der österreichischen Politik eher eine skurrile Mélange aus linksliberalen bis eigensinnigen Politikern. Erst Sepp Schellhorn, gemeinsam mit dem Vorarlberger Klubkollegen Gerald Loacker (Jahrgang 1973), versucht nun nachhaltig, die NEOS für betont marktwirtschaftliche Positionen zu formen.

"Österreich ist ein Hochsteuerland, in keinem anderen Land ist die Abgabenquote so hoch." Sepp Schellhorn argumentiert wie Christian Lindner von der deutschen FDP. "Die Mitarbeiter kosten zu viel und verdienen zu wenig. Unser Steuerreformpaket sieht Entlastungen im Umfang von 8 Mrd. Euro vor. Bei sofortiger Umsetzung wird die Abgabenquote innerhalb von 5 Jahren auf 39% gesenkt. Bei den Lohnnebenkosten sehen wir ein Einsparungspotential von 4 Mrd. Euro." Visionen könnten Wirklichkeit werden. Vor allem bei der im Land Salzburg stark im Unternehmertum verankerten ÖVP ist man längst auf Schellhorn aufmerksam geworden. Der Wettbewerber von den NEOS gilt der Wirtschaftskammer als unbequem.

Auch die Digitalisierung Österreichs ist für Sepp Schellhorn ist wichtiges Arbeitsthema. "Die Digitalisierung verändert unser Arbeiten und unser Leben radikal. Es braucht daher eine größtmögliche Flexibilisierung der Arbeitszeit. Der klassische „9 to 5“- Job wird bald der Vergangenheit angehören.
Daher braucht es auch Kinderbetreuungsplätze, die auf diese neuen Rahmenbedingungen reagieren. Sie hat viel mit liberalen Prinzipien zu tun. Sie ist die Chance, den Standort Österreich endlich in die richtige Richtung zu bringen. Allerdings ohne Sozialpartner und arbeitsrechtliche Ideen, die im 20. Jahrhundert stehen geblieben sind."

Natürlich möchte der markante Macher der NEOS aus Salzburg auch den Tourismus fördern. "Als Unternehmer und Praktiker kenne ich die Problemstellungen im Tourismus, einen der wesentlichen Wirtschaftssektoren Österreichs. Ich fordere mehr Kooperation mit der Land- und Forstwirtschaft, Nachhaltigkeitskonzepte, eine Neuaufstellung der Österreich-Werbung und eine langfristig, innovative Tourismusstrategie für Österreich angesichts Klimawandel, Terrorismus & Co."

Dass Sepp Schellhorn eine klare Anlehnung an liberaler Politik sucht, beteuert er immer wieder. "Ich bin ein zutiefst liberal geprägter Wirtschaftstreibender. Für mich stehen unternehmerische Freiheit und Eigenverantwortung im Mittelpunkt wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Dazu gehören auch das Bekenntnis zum europäischen Binnenmarkt wie auch das Bekenntnis zum Freihandel. Ich trete für eine Reform des österreichischen Föderalismussystems ein – durch die Reduktion der Anzahl  der Landtags- und -regierungssitze."

Fleißig und couragiert kämpft Sepp Schellhorn für ein gutes Ergebnis der NEOS bei den Landtagswahlen am 22. April 2018. Sollte sich da ein kleiner Erfolg für die junge Partei ausgehen, wäre dies ein solider Ausgangspunkt für weitere Ambitionen. Christian Renner, Wahlkampfleiter für Sepp Schellhorn, glaubt fest an seinen Chef. Bei der ÖVP dagegen zeigt man sich bislang skeptisch, ob Sepp Schellhorn ein bequemer Koalitionspartner nach der Landtagswahl werden könnte.