Wien – Der Wirtschaftssprecher des Neos-Klubs im Nationalrat, Sepp Schellhorn, hat die von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) angekündigte Abschaffung der Lehrlingsausbildung für Asylbewerberbis 25 Jahren in Mangelberufen scharf kritisiert. „Das ist völlig realitätsfremd und zynisch und legt die geringe Wirtschaftskenntnis des Herrn Vizekanzler bloß“, so der Neos-Abgeordnete in einer aktuellen Stellungnahme.

Das Beispiel zeige, welchen Kurs die schwarz-blaue Bundesregierung verfolge. „Das Spalten der Gesellschaft wird munter fortgesetzt – die Bedürfnisse der vielen Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich in den vergangenen Wochen lautstark zu Wort gemeldet haben und sich für ihre Auszubildenden eingesetzt haben, sind der Bundesregierung aber offenbar egal. Und außerdem tritt die Bundesregierung mit solchen Maßnahmen die Integrationswilligen in diesem Land mit Füßen“, zeigte sich Schellhorn verärgert.

Der Neos-Wirtschaftsfachmann betonte: „Keiner nimmt hier irgendjemandem einen Lehrplatz weg! Und vor allem fällt hier niemand dem Staat zu Last. Was aber passieren wird, sollte dieser Erlass zurückgenommen werden: Österreichische Betriebe würden abgestraft und der Wirtschaftsstandort nachweislich geschwächt werden. Und die Bundesregierung verhindert darüber hinaus, dass sich Menschen, die in unser Land gekommen sind, etwas aufbauen können.“ Schellhorn hofft, dass sich aus den Reihen der ÖVP die Stimmen, die sich gegen die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern in der Lehre aussprechen, mehrenwerden.

Neben schnelleren Asylverfahren fordern die Neos eine Umsetzung des sogenannten 3+2-Modells, das Asylbewerbern die Möglichkeit eröffnen soll, auf die Rot-Weiß-Rot-Karte umzusatteln. „Mit der 3+2-Regelung können wir den herrschenden Fachkräftemangel bekämpfen und bieten denjenigen, die schon da sind, die Chance zu arbeiten und einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Davon profitieren alle Beteiligten und die Allgemeineinheit“, so Schellhorn.

Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthalbestätigte indes, dass die Abschaffung der Asylbewerber-Lehrlingsausbildung fix sei. Man arbeite an einer Neuregelung. „Das Asylrecht soll künftig nicht mehr mit einer Lehre umgangen werden können“, erklärte Launsky-Tieffenthal. Zugleich solle allerdings ein eigener Aufenthaltstitel für Lehrlinge geschaffen und die Rot-Weiß-Rot-Karte attraktiver gemacht werden, „um den Bedürfnissen der Wirtschaft zu entsprechen“, so der Regierungssprecher. Die Lehrlingsausbildung für Asylbewerber bis 25 Jahren in Mangelberufen ist seit 2012 erlaubt.