Salzburg – „Tourismus gehört zu Salzburg wie Mozart“ – das ist nicht bloß ein Werbespruch, den sich Marketingleute ausgedacht haben. Vielmehr ist die touristische Attraktivität der Landeshauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes durch nackte Zahlen belegt. Diese lieferte unlängst Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) bei der Präsentation der Tourismusbilanz 2019. So stieg die Zahl die Ankünfte um 4,9 Prozent auf 1.909.970 und die der Übernachtungen um 5,3 Prozent auf 3.308.801. Diese Ergebnisse seien vor allem auf die gestiegene Bettenkapazität zurückzuführen, so Preuner. Zudem habe die Salzburg Card mit 264.665 verkauften Stück ein ordentliches Plus von 3,79 Prozent erzielt.

Auch für das ganze Bundesland Salzburg brachte das Tourismusjahr 2018/19 neue Rekorde. Zwischen November 2018 und Oktober 2019 konnte man über 8,1 Millionen Gäste begrüßen, die durchschnittlich 3,7 Tage verweilten. Sie sorgten für 29,8 Millionen Übernachtungen, was im Vorjahresvergleich ein Plus von 2,7 Prozent bei den Ankünften und 1,5 Prozent bei den Nächtigungen bedeutet. Damit zeigt sich über den Zeitraum der letzten 20 Jahre eine fast kontinuierliche Steigerung der Gästezahlen. 1998/99 zählte das Bundesland „nur“ 4,4 Millionen Ankünfte und 21,2 Millionen Übernachtungen. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer äußerte sich zufrieden, dass im Tourismusjahr 2018/19 fast alle Regionen vom Nächtigungszuwachs profitieren konnten. „Mit unseren herrlichen Badeseen im Voralpenraum, den naturnahen Gebirgs- und Hochgebirgslandschaften und nicht zuletzt mit den vielen Kulturdenkmälern und den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen haben wir die besten Voraussetzungen für einen florierenden Tourismus“, resümierte der ÖVP-Politiker. In diesem Zusammenhang betonte er, dass neben den Übernachtungszahlen die Wertschöpfung der Betriebe, die erst für Investitionen und Arbeitsplätze sorge, der zentrale Indikator für touristischen Erfolg sei. Im genannten Tourismusjahr entfielen knapp 22 Prozent aller Übernachtungen auf Österreicher, 39 Prozent auf Urlauber aus Deutschland und knapp neun Prozent auf Niederländer. Im Winter waren weitere wichtige Herkunftsregionen Tschechien, Dänemark und Großbritannien.

Überhaupt ist der Skitourismus ein Wachstumsmotor für das ganze Bundesland. Obwohl zu Jahresbeginn wegen der Wetterlage mit enormen Neuschneezuwächsen leichte Rückgänge zu verzeichnen waren, kamen im gesamten Winter knapp 4,0 Millionen Gäste ins Salzburger Land. Die fast 16,0 Millionen Übernachtungen der Wintersaison bedeuten ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Annähernd 1,9 Millionen Gäste besuchten im Tourismusjahr 2018/19 die Stadt Salzburg und verbrachten dort 3,3 Millionen Nächte. Damit blieb sie die wichtigste Destination im Bundesland. In den klassischen Ski-Monaten wurde die Mozart-Stadt aber wie in den Vorjahren von Saalbach-Hinterglemm auf den zweiten Platz verwiesen. Dort zählte man 300.000 Ankünfte und 1,5 Millionen Nächtigungen. Auch die weiteren Top-10-Destinationen der Wintermonate liegen Innergebirg: Obertauern, Flachau und Zell am See konnten jeweils über 800.000 Übernachtungen vorweisen, Wagrain-Kleinarl, Kaprun, Bad Hofgastein und Bad Gastein über 600.000. Staunenswert ist zudem, dass sich in Obertauern winters 1.327 Gäste pro Einwohner einfanden und damit noch deutlich mehr als in Saalbach-Hinterglemm, wo auf einen Einheimischen 547 Touristen kamen. Dass das Salzburger Land in den kalten Monaten fast magnetisch Touristen anzieht, hängt mit seinen mehr als 50 Skigebieten und seinen vielfältigen Angeboten für Sportbegeisterte zusammen.

Die Geschichte des alpinen Skisports ist eng mit dieser Region und örtlichen Skilegenden verbunden. Die SalzburgerLand Tourismus GmbH findet dafür fast hymnische Worte: „Der Wintersport im Allgemeinen und das Skifahren im Besonderen werden im Salzburger Land so leidenschaftlich gelebt, dass schon bei den ganz Kleinen die Lust auf Piste, Loipe, Sprungschanze und Snowpark geschürt wird. Ob Nachwuchsförderung, spezielle Schulen, innovative Unternehmen oder internationale Events: Der Wintersport ist im Salzburger Land allgegenwärtig. Junge Talente werden früh gefördert und können unter besten Trainingsbedingungen an ihrer Karriere arbeiten.“ Das habe über die Jahrzehnte zahlreiche Top-Athleten hervorgebracht, die für die enorme Ski- und Schneekompetenz des Bundeslandes stünden. Das Salzburger Land hätte mit seinen vielen Top-Skifahrern, Langläufern, Biathleten, nordischen Kombinierern und Skispringern zeitweise ein eigenes Nationalteam stellen können.

Hier entstand auch Österreichs erste Skifabrik. Das Landesski-Museum in Werfenweng hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des heimischen Wintersports ebenso anschaulich wie detailreich nachzuerzählen. Museumsgründer Hans Müller hat seit Kindertagen eine enge Beziehung zum Skifahren, ist gelernter Skibauer und leidenschaftlicher Sammler. Sein Museum ist Ausflugsziel für viele Wintersportler, die auch etwas über die lebendige Geschichte ihrer Urlaubsregion erfahren wollen. Aber fraglos kommen die meisten Skifahrer wegen des Naturerlebens auf sonnenbestrahlten Gipfeln und belebenden Abfahrten auf perfekt präparierten Pisten nach Salzburg. Und weil frische Bergluft und körperliche Betätigung hungrig machen, beginnen sie den Tag am liebsten mit einem leckeren Hüttenfrühstück oder einem ausgedehnten Brunch. Sportlich wie kulinarisch gehört Skifahren in Sportgastein zu den Höhepunkten vieler Ski-Freunde. Jeden Mittwoch findet dort ein Gipfelfrühstück in der legendären Glas-Aluminium-Kuppel des österreichischen Architekten, Designers und Vordenkers Gerhard Garstenauer statt – auf 2.650 Höhenmetern.

Sage und schreibe 6.000 Skilehrer aus 120 Skischulen sorgen im Salzburger Land dafür, dass man schwungvoll, aber auch sicher dem Pistenvergnügen frönen kann. Angeboten werden Skikurse für Jung und Alt, für Anfänger, Wiedereinsteiger und Fortgeschrittene. Profis helfen allen dabei, über ihren eigenen Schatten zu springen und zu passionierten Wintersportlern zu werden. Auch für angehende Snowboarder, Freeskier und Freerider wird allerhand bereitgehalten. Wer es nicht ganz so abenteuerlich, sondern eher sportlich gediegen mag, für den bietet das Winterparadies auch ausgedehnte Skitouren. 

In der Salzburger Dirndlkoalition aus ÖVP, Grünen und Neos ist man sich der herausragenden Bedeutung des regionalen Skitourismus bewusst und unterstützt deshalb die Seilbahn- und Liftbranche mit Millionenbeträgen. In den vergangenen zehn Jahren wurden bereits mehr als 1,1 Milliarden Euro für entsprechende Modernisierungen und Verbesserungen aufgewendet. Allein im letzten Jahr investierte die Salzburger Seilbahnwirtschaft die stolze Summe von über 150 Millionen Euro in neue Liftanlagen, Beschneiungstechnik, Pistengeräte und Digitalisierungsmaßnahmen. So bereitete man sich in den 52 Salzburger Skigebieten mit ihren 422 Seilbahn- und Liftanlagen, rund 4.700 Hektar Skipisten und etwa 120 Speicherteichen auf die Wintersaison 2019/20 vor. „Damit ist die Seilbahn- und Liftbranche gemeinsam mit dem Tourismus der investitionsstärkste Sektor in der Salzburger Wirtschaft – mit zahlreichen Wertschöpfungseffekten für viele andere Branchen“, erläuterte Landeshauptmann Haslauer bei der letzten Jahrestagung der Seilbahnwirtschaft in St. Johann im Pongau. Der Skitourismus im Salzburger Land wird weiter boomen.