Wien – „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt“, heißt es mit Datum vom 23. September 2020 auf der Internetseite des deutschen Auswärtigen Amtes. Das Covid-19-Infektionsaufkommen in Österreich nehme zu. So liege die Inzidenz im Bundesland Wien derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb es als Risikogebiet eingestuft werde. Daraus folgt bei Einreise nach Deutschland ein verpflichtender kostenloser Covid-19-PCR-Test und gegebenenfalls eine Quarantäneverpflichtung. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist für den Tourismus in der österreichischen Hauptstadt eine Hiobsbotschaft. Andernorts ist die Lage eine ganz andere: Am wenigsten virusbetroffen ist momentan das Bundesland Kärnten. Dort ist die Ansteckungsgefahr sehr gering.

Das lässt die österreichische Tourismusbranche hoffen, dass das Corona-Problem auf wenige Regionen beschränkt bleibt und Winterurlaube in den schönsten Destinationen des Landes möglich sind. Trotz des Infektionsgeschehens in Wien verläuft der Zugverkehr zwischen Deutschland und Österreich fahrplanmäßig, und Austrian Airlines und andere Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb längst wieder normalisiert. Die Einreise nach Österreich ist für Touristen aus den meisten EU-Ländern ohne Einschränkungen möglich. Ein negativer Corona-Test ist nur dann nötig, wenn man sich vorher in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Hotellerie und Gastronomie achten als verantwortungsvolle Gastgeber auf die Sicherheit aller Gäste. Ein Testing-System für die Beschäftigten im Tourismus sorgt außerdem dafür, dass etwaige Covid-Fälle frühzeitig erkannt werden.

In den österreichischen Beherbergungsbetrieben gelten die üblichen Schutzbestimmungen wie der Ein-Meter-Abstand, die Hygieneregeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Des Weiteren gibt es offizielle Leitlinien, um ein Maximum an Sicherheit für Gäste und Mitarbeiter zu garantieren. Dazu gehören der Umgang mit räumlichen Engstellen, die Verkürzung der Verweildauer an der Rezeption sowie Speiseraumkonzepte. Alle Hotelbetriebe müssen sich strikt an die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften halten. Wer am Testprogramm der Bundesregierung teilnimmt und sich zur Erfüllung aller Sicherheitskriterien verpflichtet, darf das Siegel „Sichere Gastfreundschaft“ führen. Nächtigungen in Gemeinschaftsschlafräumen, wie sie Ferienwohnungen und Berghütten bieten, sind genauso erlaubt wie Übernachtungen mit Personen aus anderen Haushalten. Die Zimmer-Reservierung muss Touristen kein Kopfzerbrechen bereiten: Viele Betriebe bieten derzeit besonders kundenfreundliche Stornokonditionen an.

Auch in Restaurants, Cafés und Bars greifen bewährte Schutzmaßnahmen. Die Tische sind so platziert, dass zwischen den Gästegruppen ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann. Pro Tisch gilt eine maximale Personenanzahl von zehn Gästen. Buffets sind erlaubt, aber das Infektionsrisiko muss durch entsprechende Vorkehrungen minimiert werden. Dazu zählt die Bereitstellung von Einweghandschuhen oder Desinfektionsmöglichkeiten. Die Gastronomiebetriebe außerhalb der Risikozonen dürfen bis 1 Uhr Früh geöffnet sein. In Österreich tun die Gastgeber also alles Erdenkliche, um Urlaube sicher und erholsam zu gestalten. Damit zielt die Branche natürlich auf die Herbst- und Wintersaison 2020/21. Bevor es um den eigentlichen Wintersport-Tourismus geht, versuchen die Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe ein möglichst normales Herbstgeschäft zu organisieren. Dabei hilft ihnen die unberührte Natur und wildromantische Landschaft Österreichs, die zu Freiluft-Aktivitäten geradezu einlädt. Herbstliche Wanderurlaube an der frischen Luft und fernab großer Menschenmassen dürften in Corona-Zeiten besonders gefragt sein.

Reibungslos läuft auch der Seilbahnbetrieb. Die involvierten Betriebe haben eigene Hygienevorschriften und Sicherheitsvorgaben entwickelt. Geschulte Mitarbeiter achten bei den Bergfahrten gewissenhaft auf die Umsetzung der Maßnahmen. Dabei haben sie besonders den Ein- und Ausstiegsbereich in den Stationen im Blick. Die Türen in den Seilbahnen öffnen und schließen vollautomatisch, sodass sie niemand mit seinen Händen berühren muss. Die Beschäftigten wurden auch geschult, um Menschenansammlungen zu verhindern, für einen ruhigen Ablauf zu sorgen und nötigenfalls regulierend einzugreifen. Mit diesem Seilbahnkonzept werden Ruhesuchende und Aktivurlauber geschützt, ohne dass ihr Urlaubserlebnis nennenswert beeinträchtigt wird.

Viele Österreich-Liebhaber fragen sich, ob 2020/21 der liebgewonnene Ski- und Winterurlaub in bewährter Weise stattfinden kann. Obgleich niemand vorhersagen kann, wie sich die Corona-Lage in drei Monaten darstellt, kann ein Winterurlaub in Österreich bedenkenlos gebucht werden, weil viele Unterkünfte sehr kulante Stornobedingungen anbieten. Der Österreichische Skischulverband hat in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium Handlungsempfehlungen erarbeitet, um einen sicheren Urlaub in der einmaligen Bergwelt zu gewährleisten. So sollen Gruppen aus maximal 10 Personen inklusive Ski- bzw. Snowboardlehrer bestehen, für die eine Testpflicht vorgesehen ist. Gäste werden registriert und haben den Mindestabstand von einem Meter einzuhalten. Verliehene Skier, Boards, Schuhe und Stöcke werden gründlich desinfiziert. Damit ist auch die Frage beantwortet, ob der Skiverleih geöffnet ist. Seilbahnen und Sessellifte fahren genauso wie Skibusse. Stattfinden werden nach derzeitigem Stand auch Ski-Openings und Skirennen. Urlauber können außerdem problemlos Eislaufplätze und Weihnachtsmärkte besuchen. Verboten sind lediglich Après-Ski-Partys. „Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski“, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dazu.

Derzeit wird alles dafür getan, dass Wintersport-Begeisterte in Kitzbühl, Mayrhofen, Obertauern, Obergurgl oder Saalbach auf ihre Kosten kommen und sich nicht das Geschehen vom März dieses Jahres wiederholt. Damals mussten viele Gäste ihren Skiurlaub abbrechen, weil die Hotels und Ferienunterkünfte in Tirol, dem Vorarlberg und dem Salzburger Land schlossen und auch die Seilbahnen stillstanden. Auslöser waren Aprés-Ski-Partys, die den berühmten Tiroler Skiort Ischgl zum Corona-Hotspot gemacht haben. Damit der Alpen-Urlaub in diesem Winter trotz steigender Infektionszahlen reibungslos verläuft, fordert der Verein Vitalpin, dem 130 Geschäftsführer aus der Tourismusbranche angehören, eine länderübergreifende Einheitlichkeit bei den Schutzmaßnahmen. Unter dem Motto „Bitte endlich Klarheit für die Wintersaison!“ verlangt der Verein in einem Schreiben an die Regierungen Österreichs, Deutschlands, Italiens und der Schweiz ein gemeinsames Maßnahmenpaket.

Laut einer Studie der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) wären im Falle deutlicher Buchungsrückgänge allein in Österreich 62.500 Arbeitsplätze bedroht. Die mehrheitlich familiengeführten Tourismusbetriebe wollen ihren Gästen deshalb unter allen Umständen eine tolle Wintersaison bieten.