Heidelberg – Für viele Finanzanalysten war 2017 das Jahr der Kryptowährungen. Kursgewinne von mehreren 1000 Prozent haben zu einem wahren Run auf die digitalen Tokens geführt. Der Höhenflug von Bitcoin, Ripple oder Litecoin hat aber nicht nur für viele Privatanleger neue Investmentmöglichkeiten geboten, auch zahlreiche Banken und Hedgefonds sprangen auf den Zug auf. Bei der Online-Bank Swissquote etwa beliefen sich die Anlagen von Kunden in Kryptowährungen Ende Dezember 2017 auf rund 900 Millionen Franken.

In diesem Jahr sind die Kryptowährungskurse massiv eingebrochen. Der Marktführer Bitcoin verlor seit dem 1. Januar 2018 gut 45 Prozent, Etherum 43 Prozent, Litecoin 48 Prozent, Ripple 66 Prozent, Cardano 67 Prozent und Bitcoin Cash sogar 73 Prozent. Inzwischen haben sich die Tokens wieder etwas stabilisiert. Die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarkteskletterte in der letzten Woche nach mehr als 14 Tagenwieder über die Marke von 300 Milliarden Dollar – und es gibt wieder vermehrt optimistische Kursprognosen. Um den Bärenmarkt zu beenden, müsste Bitcoin, dessen Kurs momentan bei etwas über 6.600 Dollar liegt, nach Expertenansicht einen Anstieg auf mehr als 8.500 Dollar verzeichnen, für eine Rückkehr zum Bullenmarkt wären mindestens 11.700 Dollar notwendig.Einiges spricht dafür, dass sich recht bald wieder eine solche Trendwende einstellen wird.

Mit dem ERT beim E-Sport mitmischen

Es ist also ein schwieriges, aber durchaus weiterhin gewinnträchtiges Terrain, auf das sich Krypto-Anleger begeben. Immer öfter setzen auch Unternehmen die Tokens als clevere Alternativwährung ein. Ein Beispiel hierfür ist das Gamer-Portal esports.com. Die eSports.com Group AG um CEO Michael Broda will mit dieser Webpräsenz passionierten Computerspielern – Profis wie Amateuren –, aber auch Sponsoren, Medien und andere Interessierten, ein attraktives Rundumpaketfür die aufstrebende E-Sport-Sparte bieten.

Unter E-Sport (auch E-Sports oder eSports genannt) versteht man den sportlichen Wettkampf mitComputerspielen auf PCs oder Spielekonsolen – entweder im Individual- oder Mannschaftsmodus. Die Akzeptanz für E-Sport als eigenständige Sportart wächst beständig, in den USA oder im asiatischen Raum (vor allem in Südkorea) finden regelmäßig Turniere mit hohen Preisgeldern statt, die schon so manchen professionellen Spieler (Pro-Gamer) zum Millionär gemacht haben. Auch in Österreich ist das sportliche Computerspielen auf dem Vormarsch.

Broda und seine Mannschaft sind angetreten, vom beschaulichen Heidelberg aus die Welt des E-Sports zu revolutionieren. Neben tagesaktueller Berichterstattung soll es auf dem Portal esports.com auch eine virtuelle eSports University mit Lehrvideos und Trainings mit den Stars der Szene geben. Im Vordergrund steht dabei die Interaktion: Aktivitäten auf der Seite, beispielsweise das Hochladen von Tutorials, werden mit einer eigenen Kryptowährung, die wie der berühmte Bitcoin auf der Blockchain-Technologie basiert, belohnt. Der EsportsReward Token (ERT), so der Name der digitalen Währung, wird inzwischen auf mehreren Kryptowährungs-Börsen wie Coinexchange und C-Cexgehandelt. Seit einigen Wochen listet ihn auch die HitBTC. Die Börsen-Schwergewichte haben den Token allerdings noch nicht im Angebot.

Digital bezahlen und belohnt werden

Die eSports.com Group AG sammelt seit letztem Jahr Gelder von Investoren ein, die entsprechende Kryptowährungsanteile an ihrer Plattform erwerbenkönnen. Der Gesamtvorrat beträgt nach Unternehmensangaben 60 Millionen ERT, von denen zum Marktstart, dem Initial Coin Offering (ICO), 24 Millionen zur Verfügung standen. Die nicht verkauften Tokens verbleiben im Cold Storage des Anbieters. Hierbei handelt es sich um eine Aufbewahrungsform, bei der die Zugangsschlüssel zum Schutz vor Hacking nicht online, sondern offline gespeichert werden.

Für User gibt es beim ERT verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Die Macher von eports.com erläutern dazu: „Du kannst ERT für jede Form von Zahlung nutzen, zum Beispiel für T-Shirts und Coachings. ERT ist ebenfalls für Vergütungen gedacht. Das bedeutet, wenn du Geld auf unserer Plattform ausgibst, verdienst du dir damit ERT. ERT ist auch dazu gedacht, qualitativen Nutzercontent zu entlohnen. Wenn andere Nutzer deine Uploads wertschätzen und mit ihnen interagieren (dein Guide bekommt eine Menge Views oder Likes, zum Beispiel), werden wir dich für deinen Beitrag entlohnen. ERTs sind dein Ticket für Verlosungen. ERT-Token gewähren dir Zugang zu speziellen Features und exklusivem Content, welcher nur über ERT zur Verfügung steht.“

Zu den Handelsplätzen und der Limitierung der Digitalwährung heißt es: „ERT ist auf den verschiedensten Handelsplätzen handelbar, und wir kaufen ebenfalls Token, zum jeweils gegenwärtigen Marktwert, zurück. Da wir unsere Nutzer mit ERT belohnen, wenn sie zu unserer Plattform etwas beitragen, kann es passieren, dass unser Vorrat eines Tages erschöpft ist, da die Token limitiert sind. Wenn dieser Punkt erreicht ist, werden wir Token von den Nutzern zurückkaufen, damit wir in der Lage bleiben, die Nutzer weiterhin für ihre Inhalte zu entlohnen.“

Counter-Strike-Team wird Partner

Anders als zunächst geplant, wird es auf esports.com keine Wetten auf Turniere und Matches geben. Ausschlaggebend für den Verzicht auf dieses Angebot waren laut Unternehmenschef Broda das Feedback und die Bedenken der Community. Stattdessen habe man zuletzt nochmal stark in die Softwareentwicklung investiert – und hier vor allem in die Blockchain-Technologie. Bereits ab dem dritten Quartal 2018 sollen nahezu alle geplanten Funktionen auf esports.com online sein. „Wir haben die gesamte Roadmap deutlich gestrafft“, so CEO Michael Broda.

Von esports.com abgedeckt werden bereits Games wie DOTA 2, Heroes of the Storm, StarCraft II, League ofLegends, Hearthstone, Overwatch und PlayerUnknown’sBattleground. Kürzlich wurde auch eine langfristige Kooperation mit der dänischen Agentur RFRSH Entertainment vereinbart, die das Team Astralisvermarktet. Das E-Sport-Team aus dem hohen Norden gehört zu den europäischen Spitzenmannschaften im Bereich Counter-Strike: Global Offensive, einem bekannten Computerspiel aus dem Genre der Online-Taktik-Shooter. Astralis gewann als erstes dänisches Team im vergangenen Jahr ein E-Sport-Major-Turnier, das „ELeague Major: Atlanta 2017“, und konnte 500.000 Dollar Preisgeld einheimsen. Da weitere Kooperationen demnächst bekanntgegeben werden sollen, erwarten sowohl Gamer als auch Kryptowährungs-Fans mit Spannung die weiteren Schritte des Unternehmens und den Ausbau der Plattform.