Wemding – Um die betriebliche Altersvorsorge (bAV) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Arbeitnehmer mit geringem Einkommen attraktiver zu machen, hat der Deutsche Bundestag das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) verabschiedet, das Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist. Die großen Versicherer haben darauf mit neuentarifvertraglichen Angeboten reagiert, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sprach gar von einer „Renaissance der betrieblichen Altersversorgung“. Es gibt aber auch kritische Stimmen. So warnte das Institut für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und Forschunge.V. (IBWF) sogar davor, dass dies die Unternehmen viel Geld kosten wird und zusätzlich belastet.

Wo also genau liegen die Chancen und Risiken des BRSG? Hierzu hat AUSTRIA DEPESCHE Josef Bader, den Vorstand der DG-Gruppe, die in Wemding im bayerischen Landkreis Donau-Ries ansässig ist und sich auf die Entwicklung von bAV-Konzepten für den Mittelstand spezialisiert hat, befragt. Bader sagt, dass er dem Betriebsrentenstärkungsgesetz grundsätzlich positiv gegenübersteht. Doch neben einigen positiven Veränderungen sieht er immer noch Defizite bei den Bemühungen der Politik, die Durchdringungsquoten im Mittelstand zu verbessern und damit der drohenden Altersarmut von Arbeitnehmern entgegenzuwirken.

Herausforderungen an Arbeitgeber

So steht der Gründer und Chef der DG-Gruppe beispielsweise der Erhöhung des Förderrahmens eher skeptisch gegenüber. Wenn bisher das Geld für eine Altersvorsorge nicht da war, werde sich das auch nicht ändern, wenn sich der begünstigte Beitrag für den Arbeitnehmer von vier Prozent auf acht Prozent verdoppele, so Bader. Jeder Arbeitnehmer, dessen Lohn bisher nicht ausreichte, um Geld für die Altersvorsorge zurückzulegen, werde dies auch nach der Erhöhung des Förderrahmens zukünftig nicht machen können. Hierzu verweist der Betriebsrenten-Profi auf den besonderen Ansatz der DG-Gruppe, der die dringend benötigte Liquidität sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber über die alternative Gestaltung der Vergütung fest in ihr Beratungskonzept integriert habe. Eine große Gefahr sieht er sogar in dem eigentlich für die Beschäftigten äußerst positiven, neuen 15-prozentigen Sozialversicherungszuschuss, den der Arbeitgeber für neue Arbeitnehmer ab dem 1. Januar 2019 zahlen muss (bzw. für bereits bestehende Verträge ab Januar 2022).

Bader hierzu: „Der Sozialversicherungszuschuss stellt den Arbeitgeber vor folgende Herausforderungen: einen erhöhten Verwaltungsaufwand, die Gefahr einer nicht rechtskonformen Umsetzung sowie eine nicht geplante, zusätzliche Belastung. Möglich ist nämlich eine finanzielle Doppelbelastung für soziale Arbeitgeber, wenn ein bislang schon gezahlter freiwilliger Zuschuss zur bAV nicht korrekt in der Versorgungsordnung angerechnet wird. Außerdem gebe ich zu bedenken: Umeiner sozialen Ungerechtigkeit gegenüber altem, gegebenenfalls lange bewährtem Personal und einem dadurch auftretenden enormen Unfrieden entgegenzuwirken, da nur neue Mitarbeiter einen Zuschuss erhalten und damit bevorzugt werden, wird der Arbeitgeber mit großer Sicherheit genötigt, allen Arbeitnehmern eine sofortige finanzielle Besserstellung einzuräumen.“

Hier empfehle die DG-Gruppe unbedingt fachkompetente Unterstützung, damit diese Änderungen rechtskonform und für alle Beteiligten mit möglichst wenig Aufwand eingeführt werden können. Laut Bader stellen sich für den Unternehmer folgende Fragen: „Kenne ich alle Änderungen des BRSG und welche Maßnahmen sind für mich und meine Belegschaft sinnvoll? Wie kann ich finanziellen Mehrbelastungen entgegenwirken? Wie beuge ich sozialer Ungerechtigkeit und damit verbundenem Unfrieden vor? Wie kann ich einen großen Verwaltungsaufwand verhindern? Wie bewege ich mich rechtskonform? Und: Wie nutze ich das BRSG, um einen maximalen Mitarbeiternutzen zu erzeugen und damit meine Arbeitgeberattraktivität zu steigern?“

„Betriebsrente zum Nulltarif“

Die bAV sei für die Beschäftigten durch das BRSGzweifelsohne interessanter geworden. Allerdings, so Bader weiter, „sehen wir das Gesetz trotzdem nur alshalbherzig an“. Man müsse vielmehr dafür sorgen, dass dem Arbeitnehmer grundsätzlich mehr Geld für eine notwendige Altersvorsorge zur Verfügung stehe.

Genau hier setzen die Konzepte der DeutschenGesellschaft für Entgeltoptimierung (DGEO) – einem Unternehmen der DG-Gruppe – an. Der Anspruch „Altersvorsorge ohne Konsumverzicht oder einfach Betriebsrente zum Nulltarif“ der DG-Gruppe gehe viel weiter als das BRSG, sagt Bader. Er erläutert das Konzept gegenüber AUSTRIA DEPSCHE am Beispiel eines Arbeitnehmers, der heute 2.500 Euro brutto verdient und bei dem 200 Euro in die betriebliche Altersvorsorge fließen: „Mit unserem Konzept hat er nicht, wie üblich, 100 Euro Nettoaufwand, um 200 Euro zu investieren, sondern er hat einen Eigenaufwand von null Euro und kann trotzdem 200 Euro in die bAV investieren.“

Steuerliche Vergünstigungen, die im Gesetzbuch verankert sind, ermöglichten dies seit Jahrzehnten. Diese reichten vom klassischen Tankgutschein bis zum digitalen Mahlzeitenzuschuss. „Moderne Medien stehen hier ebenso im Fokus der Gesetzgebung wie auch die Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel. Viele dieser Möglichkeiten lassen sich eben wie eine betriebliche Altersvorsorge in einen bestehe Bruttovergütung einflechten – immer mit dem Ziel vor Augen eine höhere Effektivität für die Belegschaft zu erreichen“, erläutert Bader.

So könne ein Arbeitgeber einem Angestellten beispielsweise steuerfrei die Fahrkarten für die Arbeitswege übergeben. „Unterm Strich bedeutet das für den Arbeitnehmer, dass er seine Fahrtkosten nicht wie gewohnt aus dem Nettogehalt bezahlt, sondern aus dem Brutto und sich somit seine Steuern und Abgaben reduzieren. Diese Ersparnis wird nun effektiv für die betriebliche Altersvorsorge genutzt“, so Bader.

Win-Win-Situation für alle Seiten

Nun stellt sich allerdings die Frage, warum diese Möglichkeiten nicht schon längst genutzt werden. Bader führt dies hauptsächlich darauf zurück, dass der administrative Aufwand, die arbeitsrechtlich notwendige Begleitung und nicht zuletzt die ständige Entwicklung des Steuergesetzes viele Unternehmen vor der Einführung solcher Modelle abhalte. Das komplexe Zusammenspiel von Arbeits-, Steuer-, Sozialversicherungs- und Tarifrecht sei wiederum ein Grund, weshalb viele Beratungshäuser die Finger davon ließen, denn für die rechtskonforme Abstimmung seienneben Rechtsanwälten auch Steuerberater notwendig – und die persönliche Beratung eines jeden Mitarbeiters. Bader ist der Überzeugung, dass hier der Schlüssel für den Erfolg des Unternehmenskonzepts der DGEO liege.

„Gemeinsam mit Steuerberatern und Rechtsanwälten werden Individuell die Bedürfnisse der Belegschaften und Unternehmen eruiert und Modelle generiert. In Einzelgesprächen werden für jeden Mitarbeiter die Optionen erläutert und für den Arbeitgeber administrationsarm eingerichtet. Die laufende Unterstützung rundet das Angebot der DGEO ab. Die Ersparnisse des Unternehmens refinanzieren wiederum die Aufwendungen“, so der Gründer der DG-Gruppe.

Ob sich diese Effektivität in der wichtigen Altersvorsorge niederschlage oder zu einem tatsächlich höheren Nettogehalt führe, komme auf das individuelle Konzept an. Nicht nur die Aufwertung bestehender Löhne und Gehälter liege ihm am Herzen, erklärt Bader gegenüber der AUSTRIA DEPESCHE, sondern auch die einer anstehenden Gehaltserhöhung.

Hierzu sagt der Vorsorgespezialist: „An dieser Stelleliegen Freud und Leid der Arbeitnehmer eng beieinander. Zwar freut sich ein jeder über 150 Euro Gehaltserhöhung, mit Blick auf die Gehaltsabrechnung wird diese Freude jedoch stark getrübt, wenn am Ende nur 75 Euro übrig bleiben. Hier zeigen die Mehrwertkonzepte der DGEO, dass diese die Motivation und Zufriedenheit der Belegschaft stärken. Nutzt nun das Unternehmen das DGEO-Konzept für eine Gehaltserhöhung, kommen nicht nur 75 Euro beim Arbeitnehmer an, sondern im Best Case 150 Euro. Das Allerbeste dabei ist, dass der Unternehmer hierfür nicht tiefer in die Tasche greifen muss als bei einer normalen Gehaltserhöhung – und die Verwaltung übernimmt die DGEO.“

Bader weiter: „Wenn dem einzelnen Mitarbeiter nun vorgestellt wird, wie er durch diesen Mix der betrieblichen Altersvorsorge mit den Vergütungsbausteinen einen Garantiewert im Rentenalter von beispielsweise 70.000 Euro erhält – und das mit keinem oder nur sehr geringem monetären Eigenaufwand –, überzeugt das fast jeden. Nach dem Motto: Mitarbeiter binden und neue Mitarbeiter finden. Das erreicht der Chef des Unternehmens dadurch, dass er sich im Bereich der betrieblichen Sozialleistungen besser aufstellt.“ Das sei „eine Win-Win-Situation für alle Seiten“ – den Arbeitnehmer, den Arbeitgeber und auch die DG-Gruppe, „weil wir höhere bAV-Verträge abschließen können“, so Bader.

Unabhängigkeit der DG-Gruppe

Mit der Kombination aus bAV und Vergütungsbausteinen schaffe die DG-Gruppe eine neue Attraktivität im Vorsorgebereich. „Für dieses Modell konnten wir inzwischen sogar Banken gewinnen. Wir kooperieren gerade mit mehreren deutschen Großbanken, die dieses Konzept für sich umsetzen, und bilden dort die Berater aus. Die Verwaltung der EO-Bausteine läuft dann über unser Unternehmen, während die Banken ihre bAV-Produkte verkaufen. Damit konnten wir ganz neue Synergieeffekte schaffen. Auch dies bedeutet für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation.“

Kooperationen gebe es aber nicht nur mit Geldinstituten, sondern auch mit Versicherungen. Hierzu erläutert Bader gegenüber der AUSTRIA DEPSCHE: „Als Beispiel wäre hier die Bayerische in München zu nennen. Auch deren Partner wurden von uns ausgebildet. Hier kommen dann die hervorragenden Produkte der Bayerischen zum Einsatz für die bAV und wir sind für die Verwaltung der Bausteine zuständig.“

Großen Wert legt der DG-Chef auf die Feststellung, dass seine Unternehmensgruppe absolut unabhängig sei und nicht nur mit einem oder einer Handvoll Anbietern aus der Versicherungsbranche zusammenarbeite. „Die DG-Gruppe AG ist börsennotiert, 92 Prozent der Aktienanteile halte ich im Privatbesitz, acht Prozent gehören verschiedenen Firmen, die vor zwei Jahren bei einer Kapitalerhöhung mitgemacht haben“, so Bader. „Die Unabhängigkeit ist für uns enorm wichtig, weil wir über verschiedene Versicherungsgesellschaften an die Makler herantreten und unser Konzept vorstellen. Das heißt also: Die Nürnberger, die Helvetia, die Canada Life, die Swiss Life und der Volkswohlbund bewerben unser Konzept auch bei ihren Maklern, die wir dann entsprechend informieren, schulen und ausbilden. Der Mehrertrag liegt dann bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften, weil sie wissen, dass sie dadurch nachweislich höhere Umsätze erzielen.“

Breitgefächertes Angebotsportfolio

Nach eigenen Angaben betreut die DG-Gruppe in Deutschland derzeit 2.500 UnternehmenUm Rentenverluste bei einem Arbeitsplatzwechsel zu vermeiden, unterhält die Unternehmensgruppe auch eine Clearingstelle. Dazu heißt es seitens der Firmenzentrale in Wemding: „Die Folgen eines Arbeitgeberwechsels für einen laufenden bAV-Vertrag wurden bisher wenig beachtet. Denn die Umdeckung eines solchen Vertrages auf einen anderen Versicherungsträger im neuen Unternehmen kann beträchtliche Einbußen an der erhofften Betriebsrente mit sich bringen. Um dies zu vermeiden, bietet die DG-Clearingstelle eine optimierte Lösung an.“

An Partner der DG-Gruppe, unabhängige Finanzdienstleister und interessierte Fachleute richtet sich zudem die DG-Akademie. Um das eigene Netzwerk an Beratern und Prüfern für die betriebliche Altersvorsorge zu erweitern, wurden von der der Akademie kürzlich neun neue bAV-Prüfer im Rahmen eines Workshops zertifiziert. Die geprüften Kooperationspartner der DG-Gruppe dürfen bei Unternehmenskunden gegen Honorar den „Sichtungscheck“ durchführen.

Dabei wird der Bestand an bAV-Verträgen und -Vereinbarungen über ein computergestütztes Prüfungssystem analysiert und gegebenenfalls Korrekturbedarf aufgezeigt. Darüber hinaus dürfen bAV-Prüfer auch die EGU-Vereinbarung auf relevante Textpassagen und Regelungsinhalte prüfen. Es erscheint also nicht übertrieben, wenn man sagt, dass bei der DG-Gruppe ein Rundumpaket aus einer Hand geboten wird.