München – Institutionelle Investoren setzen immer stärker auf Private-Market-Assets wie Immobilien, Infrastruktur, Private Equity und Private Debt. An solchen Privatmarktanlagen schätzen sie die Berechenbarkeit des Cashflows und die Schwankungsarmut der Bilanzwerte. Üblich ist der Zugang zu diesen Anlageklassen über geschlossene Fonds. Viele potenzielle Anleger sehen sich mit einem Transparenzproblem konfrontiert: Bei der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten stoßen sie oft auf einen Mangel an Marktinformationen. Im Private-Market-Segment fehlt es nämlich an versierten Plattformen, die anlagerelevante Informationen bereitstellen. In Deutschland werden wichtige Informationen zu Private-Market-Anlagen daher oft von der Bundesbank oder der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Verfügung gestellt.

Oder man wendet sich für institutionelle Anlagestrategien an einschlägige Investmentunternehmen wie die Deutsche Finance Group. Der in München ansässige Finanzdienstleister hat sich auf institutionelle Private-Market-Investments in den Bereichen Immobilien, Private Equity Real Estate und Infrastruktur spezialisiert. Dabei wird der Fokus nach eigenen Angaben auf Investments mit großem Wertsteigerungspotenzial und kurzen Laufzeiten gelegt. Mithilfe eines weltweiten Netzwerkes zu institutionellen Partnern verspricht man Einstiegsmöglichkeiten in alle bedeutenden internationalen Märkte.

Der Finanzkonzern mit Niederlassungen in Denver, London, Zürich und Luxemburg hat auch Österreich im Blick: Im September 2019 wurde publik, dass das bayerische Investmenthaus für den „Deutsche Finance Securities Fund – Global Real Estate Investments“ (ISIN LU2026829528) die Vertriebszulassung für Österreich erhalten hat. Mit dem UCITS-Aktienfonds fiel der Startschuss für den neuen Geschäftsbereich „Listed Products“, um privaten wie institutionellen Anlegern einen lukrativen Zugang zu internationalen Immobilienaktiengesellschaften und REITs zu bieten. Michael Steindler erklärte für die Deutsche Finance Securities: „Ziel ist es in ein globales Portfolio von langfristig attraktiven Immobilienunternehmen zu investieren, die in Summe sowohl eine Ausschüttung als auch eine Wertsteigerung ermöglichen.“ Auch der in Österreich zugelassene Fonds soll natürlich den Wert der eingebrachten Anlagemittel steigern. Dafür wird das Teilfondsvermögen nach dem Prinzip der Risikostreuung in geschlossene Real Estate Investment Trusts (REITs), Preferred REITs, Unternehmen der Immobilienbranche sowie Unternehmensanleihen des Immobiliensektors angelegt.

Unter Vorstandschef Thomas Oliver Müller will die Deutsche Finance mit innovativen Finanzstrategien und einer fundierten Asset-Management-Beratung exklusive Sparten der internationalen Anlagemärkte erschließen. Die Zahlen geben den Investmentmanagern recht: Ihr Portfolio umfasst momentan 47 Länder mit mehr als 3.750 Direktinvestments und einer verwalteten Vermögenssumme von rund 6,5 Milliarden Euro. Eigenangaben zufolge hat man längst die wichtige Kundenmarke von 30.000 Privatanlegern überschritten. Wie erfolgreich die Unternehmensgruppe operiert, lässt sich daran ablesen, dass sie im April 2018 bloß 1,150 Milliarden Euro Assets under Management hatte, knapp 22.000 Anleger zählte und erst in 37 Ländern aktiv war. Das Erfolgsrezept des Konzerns könnte darin bestehen, dass er sich nicht auf einzelne Finanzprodukte und Anlageformate beschränkt, sondern eine „All-in-one“-Strategie verfolgt. Dabei werden Produktkonzeption, Asset Management, Fund Management, Risikomanagement, Marktforschung, Vertriebskoordination, Anlagevermittlung und Anlegerverwaltung im Sinne eines durchdachten Gesamtangebotes verzahnt.

Die Deutsche Finance Holding AG setzt in letzter Zeit besonders auf sogenannte Club-Deals, bei denen kapitalstarke Privatanleger und Vermögensverwalter gemeinsam in Immobilien investieren. Diese Deals sind Co-Investments von Anlegern mit gleichgerichteten Interessen, die ihr Kapital bündeln und gemeinsam ein Einzelobjekt oder ein Portfolio erwerben. Auf der Suche nach langfristigen und sicheren Erträgen rücken große Wohn- und Geschäftsimmobilien ins Blickfeld der Anleger, die allein aber kaum zu finanzieren sind. Hier ist der projektbezogene Zusammenschluss von vermögenden Privatanlegern der Königsweg. Zur Attraktivität dieser Co-Investments sagte Deutsche-Finance-CEO Thomas Oliver Müller: „Der Club-Deal ist für uns eine optimale Möglichkeit, die Laufzeit von einzelnen Investments besser zu steuern. Im Rahmen von Zielfonds ist eine solche Feinsteuerung, um auf Marktgegebenheiten idealerweise zu reagieren, nicht immer gegeben. Gute Investment-Deals finden sich aber generell nur, wenn sie in den jeweiligen Märkten über die richtigen Netzwerke verfügen und daraus Partnerschaften generieren.“ Müller schwört auf Immobilienkäufe via Club-Deal: „Die Vorteile von institutionellen Club-Deals liegen auf der Hand: Die Ausgestaltung ist flexibel, und es handelt sich um maßgeschneiderte Prime-Investments mit einem hohen Maß an Kontrolle und Einbeziehung in die Entscheidungsprozesse für die Investoren. Anlagestrategien lassen sich zielgenau und effektiv realisieren, weil die Partner gleiche Interessen verfolgen.“

Laut der Deutsche Finance Group handelt es sich bei den hauseigenen Prime-Investments um internationale Immobilien in außergewöhnlichen Top-Lagen mit erheblichem Ertragspotenzial. Großen Wert lege man dabei auf höhere risikoadjustierte Renditen durch die Berücksichtigung von Marktzyklen, nachfrageorientierte Neubauprojekte, die Repositionierung von Objekten durch Ausmietung von Leerständen beziehungsweise Sanierung und Investitionen in moderne Entwicklungsprojekte. Im Mittelpunkt der Prime-Investments stehe die kurz- bis mittelfristige Realisierung einer renditestarken Immobilie meist über einen institutionellen Club-Deal, informiert die Deutsche Finance Group.

Europaweit steigt die Zahl von Immobilieninvestments im Club-Deal-Format, weil keine andere Assetklasse so krisen- und renditesicher ist. Das merkt man auch in Österreich. Anfang dieses Jahres erfuhr die Öffentlichkeit, dass noch nie so viel in österreichische Immobilien investiert wurde wie 2019, nämlich die stolze Summe von rund 5,9 Milliarden Euro. Damit wurde noch der Wert des bisherigen Rekordjahres 2017 um 17 Prozent übertroffen und jener des Jahres 2018 um 39 Prozent. Mit einem Anteil von rund 31 Prozent des Transaktionsvolumens waren Büroimmobilien 2019 die beliebteste Assetklasse. Es folgten Wohnimmobilien mit 23 Prozent, Hotelgebäude mit 16 Prozent und Einzelhandelsimmobilien mit 15 Prozent. Die Immobilieninvestoren des letzten Jahres kamen mit 55 Prozent mehrheitlich aus dem Ausland und wurden meist von institutioneller Seite gestellt. Im Umkehrschluss heißt dies, dass österreichische Investoren für rund 45 Prozent der Investmentsumme sorgten. Der Anteil institutioneller Investoren aus Deutschland lag bei 19 Prozent. Gerüchteweise will die Deutsche Finance Group ihr Österreich-Engagement noch intensivieren.